Ramsar-Konvention

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Ramsar-Konvention "Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung". Es ist ein völkerrechtlicher Vertrag, dessen Ausarbeitung von der UNESCO angestoßen wurde. Die Bezeichnung "Ramsar" rührt von der gleichnamigen Stadt im Iran, in der die Vertragsverhandlungen stattfanden. Die Konvention trat 1975 in Kraft.
Das Ramsar - Abkommen von 1971 ist das erste globale Naturschutzabkommen, das sich den Schutz eines bestimmten Lebensraum-Typus, eines bestimmten Ökosystems - Feuchtgebiete - zum Ziel setzt, nicht den einer bestimmten Art. Es ist damit Wegbereiter für das "Übereinkommen zum Schutz der biologischen und genetischen Vielfalt, der "Biodiversität" des Planeten. Vorausgegangen waren internationale Wasservogelzählungen in den 1960er Jahren, welche einen dramatischen Rückgang an Wat- und Wasservögeln quantitativ fassbar gemacht. und den Verlust ihrer Lebensräume belegt hatten.

Die Vertragsparteien gehen vier Verpflichtugnen ein:

  • Schutz von Feuchtgebieten
  • Förderung der internationalen Zusammenarbeit beim Schutz von Feuchtgebieten
  • Förderung des Informationsaustausches über Feuchtgebietsschutz und
  • Unterstützung der Arbeit der Konvention

Die Umsetzung der durch die Konvention eingegangenen Verpflichtungen erfolgt durch mehrere europäische Richtlinien und auf nationaler Ebene in Deutschland vor allem durch das Bundesnaturschutzgesetz und die Naturschutzgesetze der Länder.

Die Ramsar-Konvention sieht kein totales Nutzungsverbot vor sondern der Grundsatz der nachhaltigen Nutzung (wise use) soll verwirklicht werden.
Ein eigenes Büro in Gland/Schweiz dient der Überwachung der Umsetzung der Konvention und ihrer Weiterentwicklung.

Deutschland hatte 1976 beim Beitritt 31 Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung" in Ost und West gemeldet, darunter das Niedersächsische und das Hamburgische Wattenmeer, die Elbaue bei Schnackenburg, Dümmer und Steinhuder Meer, der Ostsee-Bodden Zingst-Hiddensee, das Müritz-Ostufer, das Wollmatinger Ried und Mindelsee am Bodensee, die Donauauen - Donaumoos bei Günzburg, den Lech-Donau-Winkel, den Ismaninger Speichersee, der untere Inn zwischen Haiming und Neuhaus sowie großen Voralpenseen Ammersee, Chiemsee und Starnberger See.
2007 sind 154 "Vertragsparteien", also Staaten, der Ramsar-Konvention beigetreten und haben 1.641 Gebiete mit einer Gesamtfläche von 146 428 199 ha gemeldet.
Der Tag der Unterzeichnung des Ramsar-Abkommens 1971, der 2. Februar, wird als "Tag der Feuchtgebiete" bzw. als "Ramsar-Tag" begangen.

Literatur

  • Cron, Jörg: Ramsar-Abkommen bedroht die Jagd auf bayerischen Seen. Jagdliches Aus auf dem Chiemsee. In: Deutsche Jagd-Zeitung, 4/1991, S. 5
  • Kalchreuter, Heribert: Die Sache mit der Jagd. Perspektiven für die Zukunft des Waidwerks. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlag, 2003
  • Krah, Alexander: Ramsar und die Sauen. Naturschutz in Sachsen-Anhalt - eine unendliche Geschiche. In: Wild und Hund, 10/2001, S. 12-15
  • Rutschke, Erich: Zur Umsetzung der Ramsarkonvention in Deutschland und der Situation in deutschen Ramsargebieten. Seevögel 17: 73-76
  • Rutschke, Erich: 25 Jahre Ramsar-Konvention. Zur Situation der „Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung“ im Land Brandenburg. Naturschutz Landschaftspfl. Brandenburg 2: 127-132

Website

The Ramsar Convention on Wetlands