Flintenlaufgeschoß

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Brenneke- FLG Kal. 12 und 16 Foto: Volker Seifert
Brenneke-FLG Kal. 16 ohne Hülse Foto: Volker Seifert
Foster-Slug

Das Flintenlaufgeschoß (FLG), auch Brenneke (nach dem Erfinder der modernen FLG Wilhelm Brenneke) genannt, ist ein Einzelgeschoß zum Verschuß aus glatten Läufen (Flinte).

Die ersten modernen Flintenlaufgeschosse wurden 1898 von Wilhelm Brenneke auf den Markt gebracht.

Die meisten Flintenlaufgeschoße arbeiten mit Führungsrippen am Geschoßkopf (wie das Original-Brenneke). Diese dienen nicht, wie häufig irrtümlich angenommen, das Geschoß in eine Rotation zubringen, sondern die leicht stauchbaren Rippen ermöglichen den Durchgang durch den Choke.

Hinter dem eigentlichen Geschoßkopf befindet sich ein festverbundener Filzpforfen oder ein Platik-Heckteil, dass das Geschoß kopflastig werden und wie einen Bolzen oder Pfeil fliegen läßt und somit die Präzision ermöglicht. Ausschlaggebend für die zu erzielende Präzision ist in erste Linie das Laufinnenmaß des Flintenlaufes.

Sie sollten aber nicht über 50 m verwendet werden. Obwohl der Gefahrenbereich einen FLG 1500 m betragen kann.

Flintenlaufgeschosse dürfen auf alles Schalenwild verwendet werden, da die sachlichen Verbote (§ 19 BjagdG) hinsichtlicht der Mindestenergie nur für Büchsengeschosse gelten.

Flintenlaufgeschosse neigen wegen ihrer Masse den Verwendeten (weicheren) Materialien mehr zu Querschlägern, wie Büchsengeschosse.

Ihre Wirkung im Wildkörper spricht sofort an, das Geschoss deformiert und gibt seine Energie ab. Die große Fläche des Geschosses und seine Masse, kompensieren die geringe Geschwindigkeit des Geschosses.

Von Wilhelm Brenneke gab es um 1910 auch eine Flintenlaufgeschoß-Variante für Großwild, diese war mit einer Stahlspitze versehen.

1992 brachte die Fa. Ithaca-gun zusammen mit der Fa. Brenneke einen Vorderschaftrepetierer, speziell für das neuentwicklte "goldene" Brenneke Flintenlaufgeschoß heraus. Die Waffe Ithaca Deerslayer II Modell Brenneke, war mit einem gezogen Lauf versehen (Dralllänge 25"), Kal. 12/76.

siehe auch: Deer-Barrel
siehe auch: Langenhagener Norm
siehe auch: Lingot
siehe auch: RWS-Königs-Geschoß
siehe auch: Stendebachgeschoß
siehe auch: Stusche-Flintenlaufgeschoß
siehe auch: VEB-Schönebeck-Geschoß
siehe auch: von Witzleben - Bolzengeschoß

Rottweil-Patronen mit Original-Brenneke-Flintenlaufgeschossen [1]

Kaliber/Hülsenlänge mm Geschoßgewicht g
12/67,5 31,5
12/70 31,5
12/70 Magnum 31,5
12/70 (Palstik-Heckteil) 39,0
16/67,5 27,0
16/70 27,0
16/70 Magnum-Ladung 27,0
20/70 24,0
20/70 Magnum-Ladung 24,0
36/12 (Plastik-Heckteil) 7,5
.410 Magnum (Plastik-Heckteil) 7,5

Schußtafel 16er Brenneke-Flintenlaufgeschoß [2]

Entfernung (m) Geschwindigkeit (m/s) Flugzeit (s) Energie (J) Flugbahn (cm)
0 430 0,000 2498 -5,0
10 402 0,024 2193 -1,8
20 378 0,049 1933 +0,7
30 356 0,076 1722 +2,6
40 339 0,105 1553 +3,7
50 324 0,135 1420 +4,0
60 311 0,167 1314 +3,3
70 296 0,216 1226 +1,6
80 291 0,233 1151 -1,1
90 283 0,268 1086 -4,9
100 273 0,304 1029 -9,9


Literatur

Einzelnachweise

  1. Jagen mit Kugel und Schrot. Dynamid Nobel, 1994
  2. Klups, Norbert: Präzise Bleibatzen. Flintenlaufgeschosse. In: Deutsche Jagd-Zeitung, 4/1993, S. 52-53