Zahnformeln

Aus Deutsches Jagd Lexikon - Wissen über Jagd, Natur, Naturschutz, Hunde und Outdoor
Wechseln zu: Navigation, Suche
Darstellung der Zähne eines Hundes

Die Zahnformel (auch Gebissformel genannt) ist eine Übersicht über die bei einem Säugetier vorkommenden Zähne. Sie wird in der Regel nur für eine Hälfte des Ober- und Unterkiefers dargestellt, da Gebisse immer spiegelsymmetrisch sind.

siehe auch: Zahnstellung

Die Zahnformen

sind innerhalb der Zahnformen die Anzahl mit entsprechenden Ziffern nebeneinander gestellt. Die Zahnarten werden im Milchgebiss meist mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet.

Wobei diese Formel die Anzahl der Zähne in je einer Ober- und Unterkieferhälfte angibt.

Schalenwild

Schalenwild außer Rot- und Schwarzwild

Das bleibende Gebiss beim Schalenwild hat 32 Zähne. Es hat in jeder Unterkieferhälfte 3 Schneidezähne (Incisivi, I), im Oberkiefer gibt es keine Schneidezähne. Der Eckzahn (Caninus, C) ist bei vielen Wiederkäuern ebenfalls nur im Unterkiefer vorhanden, lediglich beim Rotwild und in selten Fällen beim Rehwild kommt er vor. In jeder Kieferhälfte gibt es 3 vordere Backenzähne (Prämolaren, P), wobei phylogenetisch gesehen der erste fehlt und daher mit P2 zu zählen begonnen wird, sowie 3 hintere Backenzähne (Molaren, M).

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
0 0 3 3
3 1 3 3

Das Milchgebiss des Schalenwildes hat 20 Zähne. Im Oberkiefer fehlen Schneide- und Eckzähne. Die hinteren Mahlzähne besitzen keine Milchzahnvorgänger.

i c p m
0 0 3 0
3 1 3 0

Rotwild

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
0 1 3 3
3 1 3 3
x2=34 Zähne

Das Milchgebiss des Schalenwildes hat 20 Zähne. Im Oberkiefer fehlen Schneide- und Eckzähne. Die hinteren Mahlzähne besitzen keine Milchzahnvorgänger.

i c p m
0 0 3 0
3 1 3 0

Schwarzwild

Das bleibende Gebiss des Wildschweins hat 44 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte 3 Schneidezähne (Incisivi, I) und einen Eck- oder Hakenzahn (Caninus, C). Die Mahlzähne werden in 4 vordere Backenzähne (Prämolaren, P) und 3 hintere Backenzähne (Molaren, M) untergliedert. Alle 44 Zähne hat außer dem Schwein in Europa nur noch der Maulwurf.

Die Eckzähne sind wurzellos und haben eine zum Zahnfach hin offene Zahnhöhle (Pulpahöhle).

I C P M
3 1 4 3
3 1 4 3

Das Milchgebiss der Ferkel/Frischlinge hat 28 Zähne. Der P1 und die Molaren besitzen keine Milchzahnvorläufer

i c p m
3 1 3 0
3 1 3 0

Raubwild

Bei der folgenden Eselsbrücke werden nur die Molaren und Prämolaren einer Gebisshälfte genannt. Hinzu kommen jeweils drei Schneidezähne und ein Eckzahn.

  • Fuchs und Hunde sind geblieben,
oben sechs und unten sieben.
  • Den Mardern und den Dächsen,
oben fünf und unten sechse.
  • Dem Iltis und dem Wieseltier,
unten fünf und oben vier.
  • Und dem Otter im Gesümpf,
oben fünf und unten fünf.
  • Nur die Katze, mit viel Geschrei,
hat oben vier und unten drei.


Fuchs

Das Gebiss des erwachsenen Fuches besteht aus 42 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 4 2
3 1 4 3

Hund

Darstellung der Zähne eines Hundes

Das Gebiss des erwachsenen Hundes besteht aus 42 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 4 2
3 1 4 3

Das Milchgebiss der Hunde hat 28 Zähne. Der P1 und die hinteren Mahlzähne besitzen keine Milchzahnvorgänger. Die Zahnarten werden im Milchgebiss meist mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet.

i c p m
3 1 3 0
3 1 3 0

Katze

Das Gebiss der erwachsenen Katze besteht aus 30 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 3 1
3 1 2 1

Baum- /Steinmarder/Dachs

Das Gebiss der erwachsenen Marder und des Dachses besteht aus 38 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 4 1
3 1 4 2

Iltis/Mauswiesel/Hermelin

Das Gebiss vom erwachsenen Iltis/Mauswiesel/Hermelin besteht aus 34 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 3 1
3 1 3 2


Fischotter

Das Gebiss des erwachsenen Fischotters besteht aus 36 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 3 2
3 1 3 2

Marderhund

Das Gebiss des erwachsenen Marderhundes besteht aus 42 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 4 2
3 1 4 3

Waschbär

Das Gebiss des erwachsenen Waschbäres besteht aus 40 Zähnen.

Zahnformel für das fertige Gebiss lautet:

I C P M
3 1 4 2
3 1 4 2

Hasenartige

Hase/Kaninchen

Das bleibende Gebiss der Hasenartigen hat 28 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte einen großen Schneidezahn (Nagezahn) (Dens incisivus major, I maj), hinter dem im Oberkiefer noch ein kleiner Dens incisivus minor (I min) (Stiftzahn) steht. Der große und der dahinterliegende kleine Schneidezahn im Oberkiefer sind typisch für alle Hasenartigen und grenzen sie deutlich von den Nagetieren ab.

Ein Zahnwechsel findet nicht statt (Monophyodontie).

Alle Zähne der Hasenartigen sind wurzellose Zähne. Sie haben eine zum Zahnfach hin offene Zahnhöhle (Pulpahöhle) und wachsen zeitlebens.

I C P M
2 0 3 3
1 0 2 3

Nagetiere

Das wichtigste Merkmal am Gebiss der Nagetiere (Rodentia) sind die vergrößerten mittleren Schneidezähne (Nagezähne) im Ober- und im Unterkiefer.

Das bleibende Gebiss 16 Zähne.

Ein Zahnwechsel findet nicht statt (Monophyodontie).

Die Nagezähne sind generell wurzellose Zähne. Sie haben eine zum Zahnfach hin offene Zahnhöhle (Pulpahöhle) und wachsen zeitlebens.


Maus

I C P M
1 0 0 3
1 0 0 3

Ratte

I C P M
1 0 0 3
1 0 0 3

Die Zahnformel von Biber und Nutria weichen von der der meisten Nagetiere dadurch ab, dass sie neben den Molaren noch über jeweils einen Prämolar verfügt. Dies ist ein charakteristisches Merkmal der Meerschweinchenartigen (Cavioidea), für die folgende Formel gilt:

Biber

I C P M
1 0 1 3
1 0 1 3

Nutria

I C P M
1 0 1 3
1 0 1 3


Literatur

  • Franz-Viktor Salomon: Zähne. In: Franz-Viktor Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Stuttgart: Enke-Verlag, 2004, S. 251–264.