Vogelleim, eine klebrige Substanz die auf Vogelruten aufgetragen wurde um sie beim Vogelfang zu verwenden.
In dem Sprichwort: „Jemandem auf den Leim gehen“ in der Beutung auf jemanden hereinfallen, findet der Begriff noch Verwendung.

Krünitz führt dazu aus: „Die Bereitung des Vogelleims ist doppelt, entweder gewinnt man ihn aus den Beeren der Mistel, einer Schmarotzerpflanze auf den Eichen und wilden Aepfelbäumen, oder aus Leinöl. Preßt man den Saft der Misteln aus und kocht ihn dick ein, so ist der Vogelleim fertig; doch muß man ihn stets in Wasser aufbewahren, da er sonst seine klebrige Kraft verliert. Deswegen muß man ihn auch stets von den Ruthen wieder abziehen, zu einem Klumpen zusammendrücken und in Wasser legen, was eine zeitraubende und schmutzige Arbeit ist. Darum ist der Vogelleim aus Leinöl vorzuziehen, welcher auch leichter und überall zu haben ist. Man füllt einen Topf mit Leinöl, setzt ihn auf das Feuer und kocht ihn ein, bis er Faden zieht. Um dieses zu erforschen, läßt man von Zeit zu Zeit einen Tropfen der Masse auf einen Stein fallen und versucht mit dem Finger, ob sie klebrig genug ist. Die 1 Fuß langen Ruthen werden mit dem abgekühlten Leim bestrichen, so daß nur das untere spitzgeschnittene Ende 1 1/2 Zoll frei bleibt. Diese Ruthen nimmt man, um sie aufzubewahren, in ein Bündel, wickelt sie in ein starkes, aber biegsames Leder und legt sie in den Keller. Sind sie nach längerem Gebrauche nicht mehr klebrig genug, so bestreicht man sie von Neuem.“ (Band 227, Seite 87f.)